One parent family oder einer der Gründe, warum ich die Briten so liebe

Nur ein kurzer Beitrag heute, aber das muss noch sein! Letzte Woche war ich auf Studienfahrt in Edinburgh und einer der vielen Gründe warum ich die Briten so sehr liebe ( und das sind die Schotten ja nun immer noch) ist die Tatsache, dass für sie eine Familie nicht zwangsläufig aus Mutter, Vater, Kindern besteht, sondern eben auch aus Mutter (oder Vater) und Kindern. Zoo, Museum, etc., überall gibt es Familienkarten. Die gelten aber nicht für uns. Und jetzt kommen die Briten: 16,50 für eine Familie, 11,50 für eine „Ein-Eltern-Familie“. Warum können wir das nicht? Es ist doch nicht so, als gäbe es keine Alleinerziehenden in diesem Land! 19 Prozent aller Familien in Deutschland bestehen aus nur einem Elternteil und ich bin mir sicher, dass es nicht weniger werden. Also, ihr Museumsleiter und Zoogeschäftsführer, gebt Euch einen Ruck und denkt auch an uns!

Gute Nacht, Eure Heike

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Notartermin ade…

Totalausfall der EDV und die anscheinend allgemein vorherrschende Bauwut sind Schuld: Der Notartermin wurde vom 4.11.  auf den 21.11. verschoben… Gut, dass der Besitzer des Grundstücks mitmacht. Aber sicher ist sicher, ich will ja kein Grundstück kaufen, ohne die Finanzierung sicher in der Tasche zu haben. Da reicht mir auch eine mündliche Zusage nicht… Nachdem auch beim örtlichen Energieversorger niemand mehr ansprechbar war und ich heute nicht mehr erfahren werde, ob auf meinem Grundstück Gas liegt, habe ich also Zeit für andere schöne Dinge, wie z.B. Kochen. Das Haus riecht nach einer feinen Kürbistarte mit Schafskäse und die Karotten-Ingwer-Suppe setze ich auch gleich an, es ist schließlich Herbst und da muss es einem auch von innen schön warm werden. Glücklicherweise finden sich immer Menschen, die meine Kochergebnisse dann auch probieren, meine Kinder tun es nämlich nicht.

Die beiden sind dafür wahnsinnig kreativ und basteln, was das Zeug hält. Mein Sohn ist ein meisterhafter Kürbischnitzer und meine Tochter fertigt aus Fimo wahre Kunstwerke. Ich schaffe es gerade einmal, einen Kranz aus Waldreben zu binden (ist für mich aber auch schon klasse und ich bin ein bisschen stolz auf mich!).

A propos Deko und basteln: Ist es eigentlich total krank, sich schon jetzt auf Weihnachten zu freuen? Ich habe heute in einem meiner Lieblingsläden in unserem Städtchen zwei kleine Greengate-Becher erstanden. Ich habe Lust auf Kerzen und Licht und rot, auf Tee (habe ich aber immer – mein ostfriesisches Erbe) und Spekulatius. Ich möchte „Liebe braucht keine Ferien“ und „Tatsächlich Liebe“ anschauen. Aber sicher liegt das daran, dass es um halb sechs schon stockfinster ist und an den kühleren Temperaturen und ist sicher ganz normal. Oder???

Macht Euch einen schönen Abend – Eure Heike

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Von Brotboxen, Bandagen und Badezimmerplänen

Was ist eigentlich schlimmer? Eine auf dem Heimweg vom Auto überrollte Brotbox (zugegeben, die schöne, rote…) oder der (eventuell) angebrochene Arm der Schwester? Brotbox, keine Frage! Da bei ihr aber jede Hilfe zu spät kam, begleitete Maxi seine Schwester und mich auch ohne Murren zum Unfallarzt. Jaja… Schulflure sind gefährlich und rücksichtslose Mitschüler erst! Carlota hat nun also eine schöne schwarze Schiene am Handgelenk (Kommentar meiner stilbewussten Tochter: „Cool, schwarz mit pinkem Label!“) und darf am Donnerstag Deutsch und Bio ausfallen lassen wegen der erneuten Untersuchung beim Orthopäden.

Dabei begann der Tag doch wie jeder andere: Aufstehen um 6, duschen, Kaffee machen. Kinder wecken um 6.30 Uhr, Peitsche rausholen um 6.35 Uhr und dann Kinder antreiben bis ca. 7.15 Uhr. Ach, und zwischendurch noch Brote schmieren (manchmal auch noch einen Tee machen für schmerzende Hälse), mit dem Hund pinkeln gehen und Blitz-Make-up auflegen. Heute durfte ich zur Abwechslung noch Glasscherben im Bad aufkehren, der blöde Nagellack steht ja auch immer im Weg.  Dreimal in der Woche habe ich zur ersten Stunde Unterricht und genausooft denken die Nachbarn wohl auch darüber nach, das Jugendamt zu informieren, ich kann einfach nicht leise schreien! Aber das wird besser, sie werden ja älter und vernünftiger… Obwohl meine Schüler sich dann wahrscheinlich wundern werden, warum ihre Lehrerin plötzlich so pünktlich ist.

Da kommt bei mir also die Frage auf: Wozu ein Wellness-Bad, wenn ich es sowieso kaum nutzen kann? Ich habe seit gefühlten 20 Jahren nicht mehr gebadet, das dauert einfach viel zu lange! Im Internet findet man die tollsten Einträge zum Thema Bad: mindestens 10 qm (haben wir!), freistehende Badewanne (habt Ihr eine Ahnung was sowas kostet???), Walk-In-Dusche (klar, damit ich morgens auch noch wischen kann). Ich bin aber eigentlich auch viel zu platt, um darüber nachzudenken, auch wenn man angeblich nicht früh genug die Position der Wanne im Bad bedenken kann.

Ich mach das morgen, wie so vieles, aber echt! Versprochen…

Gute Nacht, Eure Heike

Die Grundrisse sind fertig!

Unser Architekt war fleißig und hat uns heute die Grundrisse geschickt. Ich bin begeistert, hat er doch alle unsere Ideen umgesetzt! Unser Haus ist auf das wesentliche reduziert (ich stehe auf die Tiny-House-Bewegung aus den USA), kein Schnickschnack, keine großen Verkehrsflächen. Der Flur misst gerade einmal etwas mehr als 5 qm (da kann ich mir dann auch die schönen grauen Zementfliesen leisten…) und das Treppenhaus ist in den Wohnraum integriert. Da wir mit Bodenplatte bauen, müssen wir keine Kellerkälte im Wohnzimmer fürchten.

Von meiner neuen Lieblingsapp „Houzz“ (Danke, Steffi!) habe ich die Idee, eine Speisekammer unter die Treppe zu bauen. Eine Speisekammer muss sein, denn die bedeutet für mich eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen. Wir wohnten früher nur zwei Häuser von meiner Oma entfernt und die kochte nicht nur ganz wunderbar, sondern hatte in der Küche eine Tür hinter der sich wahre Schätze verbargen: da hingen luftgetrocknete Mettwürste und Schinken, da stand die Schüssel mit Griespudding, der Marmorkuchen, …. Genau das wollte ich auch immer in meinem eigenen Haus haben! Und siehe da, 1,69 qm Speisekammer sind bald mein und ich werde sie mit ganz wunderbaren Leckereien füllen. Ein weiterer Traum ist mein Standherd. 90 cm breit, schwarz und mit fünf Gasfeldern ausgestattet. Das wird ein Fest!

In diesem Sinne – schönes Wochenende, Eure Heike

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

…der uns beschützt und der uns hilft. Danke, Hermann Hesse für diese motivierenden und tröstlichen Zeilen. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie noch oft leise vor mich hin murmeln werde…)

In den folgenden Monaten werde ich hier über Anstrengendes, Stressiges, Überwältigendes, Nie -Erwartetes, Spannendes und Großartiges berichten. Ich rechne mit viel Nervengezerre, Ungeduld, Tränen, aber auch mit unbändiger Freude und ein bisschen Stolz über unser Projekt, unseren Neuanfang, denn:

Mama baut ein Haus!

Mama Heike ist 40, geschieden, Mutter von Carlota (12) und Maximilian (9). Lehrerin an einem Mädchengymnasium, Hundefreundin, leidenschaftliche Köchin und Gärtnerin. Ich liebe England und englische Gärten, reisen und neue Länder entdecken. Wir sind überzeugte Haustauscher und freuen uns schon auf 2016, wenn wir wieder unterwegs sein können.

Wir planen den Bau eines Schwedenhauses, schlicht und kompakt, ein Scheunenhaus, wenn man so will. Ohne viel Schnickschnack, eher klar und gerade, denn so sind wir drei auch.

Zur Zeit sind wir in der Planungsphase. Der Architekt sitzt über den Grundrisszeichnungen, das Grundstück ist reserviert und hoffentlich ab dem 4. November unseres. Noch habe ich keine Ahnung, wann wir tatsächlich mit dem Bau beginnen können, aber ich bin voller Vorfreude. Ich werde hier also zukünftig in regelmässigen Abständen über unseren Baufortschritt berichten und freue mich auf das Schreiben und vielleicht auch Gelesenwerden.

Eure Heike

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